24. – 26. April 2026

Ulrichsberger Kaleidophon

Die 40. Ausgabe des internationalen Festivals Ulrichsberger Kaleidophon präsentiert eine Mischung aktueller Musikformen. Zehn moderne Formationen aus den Bereichen Jazz und Improvisierte Musik sind im Programm vertreten.

Programm

Vorschau

Freitag      Samstag     Sonntag

Freitag, 24. April

19:00 Uhr

DUO LANZ / WASSERMANN

Joke Lanz, turntables | Ute Wassermann, vocals, objects

Seit 2016 treten Joke Lanz und Ute Wassermann als Duo auf internationalen Festivals auf. Ihre Performances entfalten eine intensive Dramaturgie aus vokalen, körperlichen und elektronischen Aktionen. Zwischen technoiden Rhythmen, Sprachfragmenten, verzerrten Melodien und abrupten Stop-and-Go-Grooves entsteht ein vielschichtiger Klangkosmos.
Loops, Geräusche und radikale Stimmtechniken verdichten sich zu einer energetischen Live-Erfahrung, die Improvisation, Performance und Soundkunst kraftvoll miteinander verbindet.

Foto ©Laura Fusato

21:00 Uhr

HÉMISPHÈRE / HEMISFÄR

Paul Jarret, guitar, prepared guitar | Karin Johansson, piano, prepared piano | Donovan Von Martens, double bass

Die Musik dieses Trios bleibt in ständiger Bewegung. Sie hinterfragt ihre eigenen Bedingungen, lauscht in Zwischenräume und lässt Spannungen zwischen Klang und Stille entstehen. Natur erscheint hier als feine Aufmerksamkeit für Material, Resonanz und Veränderung – für schwindende Oberflächen, sich wandelnde Rhythmen und auftauchende wie verschwindende Gesten. Durch erweiterte Spieltechniken und Präparationen entsteht ein vielschichtiger Klangraum, in dem sich vertraute Instrumente verwandeln und neue Assoziationen öffnen. Improvisation wird zu Komposition, Komposition zu Klangmalerei – konzentriert, poetisch und voller leiser Intensität.

23:00 Uhr

DUO VOCCIA / FRANGENHEIM

Céline Voccia, piano | Alexander Frangenheim, bass

Im offenen Feld der freien Improvisation begegnen sich Céline Voccia und Alexander Frangenheim mit wacher Präsenz und radikalem Zuhören. Form entsteht im Moment, Struktur wächst aus der gemeinsamen Klangbewegung. Frangenheims Bass oszilliert zwischen tragender Tiefe, geräuschhaften Erweiterungen und fragilen Gesten, während Voccia das Klavier als Resonanzkörper und Innenraum gleichermaßen erforscht. Im Zusammenspiel entfaltet sich eine konzentrierte, spannungsreiche Musik zwischen Stille und Verdichtung, Fragilität und Energie – ein kontinuierlicher Dialog, der Klang als lebendigen Prozess begreift.

Foto ©ManuelMiethe ©Gerard Boisnel

Samstag, 25. April

16:00 Uhr

VIENNA REED QUINTET

Hannah Baumann, oboe | Heinz-Peter Linshalm, clarinet | Alfred Reiter Wuschko, sax | Petra Stump-Linshalm, bass clarinet | David Seidel, bassoon

Fünf herausragende Musiker:innen verbinden einfache und doppelte Rohrblattinstrumente zu einem homogenen und zugleich facettenreichen Klangkörper. Das Vienna Reed Quintet bewegt sich souverän zwischen kammermusikalischer Präzision und experimenteller Offenheit. Feinste Klangfarben, subtile Übergänge und expressive Verdichtungen formen ein lebendiges Zusammenspiel, das Tradition und Gegenwart auf spannungsreiche Weise miteinander verbindet.

ORT: Pfarrkirche Ulrichsberg

Foto ©nancy horowitz

 

18:00 Uhr

WASCHTAG

Elisabeth Flunger, installation, metal objects, large drum | Alexander Babikov, installation, electric guitar, computer | Michael Moser, installation, cello, computer

Ausgehend von einer Installation in einer Waschküche widmet sich Waschtag den Arbeitsabläufen vergangener Zeiten – dem Holen, Erhitzen, Einweichen, Reiben, Spülen und Wringen. Alltagsobjekte und -geräusche, Metallkörper und Körperschallwandler formen einen immersiven Klangraum, in dem Vorbereitung und Handlung die gleiche Aufmerksamkeit erhalten. Lang nachhallende, schwingende Klänge verdichten sich allmählich zu direkter Kommunikation: Die Installation tritt zurück und macht Platz für das improvisierende Trio aus Cello, großer Trommel und elektrischer Gitarre – energiegeladen, vielschichtig und voller abrupter Wendungen.

Foto ©Michael Moser

20:00 Uhr

ANTTI J VIRTARANTA SOLO

Antti J. Virtaranta, double bass

In seinem Soloprojekt bewegt sich Antti J. Virtaranta zwischen konzentrierter Klangforschung und physischer Intensität. Lange, sich stetig wandelnde Prozesse lassen kleinste Veränderungen große Wirkung entfalten. Wiederholung wird dabei zum Raum für Verschiebung, Reibung und Transformation. Mit feinem Gespür für Resonanz, Tiefe und Materialität des Kontrabasses entstehen dichte Klangfelder zwischen kontrollierter Reduktion und eruptiver Energie – eine Musik, die Zeit dehnt, Wahrnehmung schärft und das Hören in einen körperlichen Zustand überführt.

Foto ©Orange‘Ear

22:00 Uhr

MALMEDIER QUARTETT NYC

Michael Foster, saxophone | Webb Crawford, e guitar | Emilie Škrijelj, turntable | Tom Malmendier, drums

Aus einer gemeinsamen Lust an Experiment und Abstraktion formierte sich dieses franco-amerikanische Quartett im Mai 2025 in New York. Vier markante Stimmen der internationalen experimentellen Musikszene trafen aufeinander und fanden unmittelbar zu einer gemeinsamen klanglichen Sprache. Mit erweiterten Spieltechniken, elektroakustischen Texturen und präparierten Instrumenten bewegt sich das Quartett zwischen roher Energie und intimer Verdichtung. Geräusch und Melodie verschmelzen zu einer hochdynamischen, unvorhersehbaren Musik von großer Intensität.

Foto ©Peter Gannushkin ©Pierre Chinellato ©Anna Yatskevich

Sonntag, 26. April

11:00 UHR – FRÜHSCHOPPEN

The Insta Mentals

Jörg Brunnbauer, harps, vocals | Timo Brunnbauer, guitar | David Brunnbauer, drums, rattles | Claus Patri, guitar, vocals

The Insta Mentals – eine dynamische Band, die mit ihrem Mix aus Instrumentals und gesungenen Klassikern das Publikum auf einen wilden Ritt durch die Landschaften des amerikanischen und britischen Blues der 50er und 60er Jahre entführt. Ab 11 Uhr begleiten sie den Frühschoppen musikalisch und sorgen mit ihren energiegeladenen Rhythmen und mitreißenden Melodien für beste Stimmung.

Foto ©Hannes Eilmsteiner

17:00 Uhr

JONGLEURS

Chris Brown, piano | Ben Davis, cello

Seit über fünf Jahren arbeiten Ben Davis und Chris Brown – beide in Oakland, Kalifornien, ansässig – intensiv als Duo zusammen. Ihr erstes gemeinsames Album Jongleurs markiert einen Höhepunkt dieser Zusammenarbeit. Als Improvisatoren musizierten sie mit zahlreichen prägenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musikszene. Ihre Musik entsteht vollständig im Moment: Planung wird bewusst aufgegeben, Klang entwickelt sich aus unmittelbarer Interaktion. Zwischen akustischem und präpariertem Klavier, elektronischer Klangbearbeitung und erweiterten Cellotechniken entfaltet sich ein vielschichtiges Spektrum – virtuos, rau und zugleich von überraschender Wärme getragen.

Foto ©Lenny Gonzales ©Johanna Poething

19:00 Uhr

Park / Neidorf / Barrett

Han-earl Park, guitar | Sara Neidorf, drums | Richard Barrett, electronics

Die Musik dieses Trios ist von industrieller Wucht und zugleich hoher Beweglichkeit geprägt. Sara Neidorf verbindet massiven Druck mit elastischem Timing und überraschend verschobenen Grooves. Han-earl Park zerlegt die Sprache freier Gitarrenimprovisation und formt sie im Geist des No Wave neu, während Richard Barrett mit präzisen, unberechenbaren elektronischen Eingriffen das Klangbild erweitert. Gemeinsam entsteht ein rotierendes Gefüge aus jagenden Rhythmen, klanglichen Reibungen und sich wandelnden Strukturen – rau, kantig und von intensiver kinetischer Energie getragen.

21:00 Uhr

SATOKO FUJII QUARTET

Satoko Fujii, piano | Natsuki Tamura, trumpet | Hayakawa Takeharu, double bass | Tatsuya Yoshida, drums

Das Satoko Fujii Quartet vereint vier prägende Stimmen der japanischen und internationalen Avantgarde- und Jazzszene. Im Zentrum steht die Pianistin und Komponistin Satoko Fujii, deren unverwechselbare Musik seit Jahrzehnten Jazz, zeitgenössische Klassik, Rock und traditionelle japanische Einflüsse verbindet.
Mit Natsuki Tamura, Hayakawa Takeharu und Tatsuya Yoshida entsteht ein Quartett von außergewöhnlicher Dichte und Beweglichkeit. Komposition und Improvisation greifen ineinander, extreme Dynamiken treffen auf offene Formen – energiegeladen, kompromisslos und jenseits stilistischer Grenzen.

Ausstellung

„SICHTUNG“

Markus Hoffmann

Vernissage: Sonntag um 15:00 Uhr.
Die Ausstellung ist bis September zu sehen.

„Bildhauer des Unsichtbaren“ – In der Ausstellung Sichtung richtet der Bildhauer, Maler und Konzeptkünstler Markus Hoffmann den Blick auf das Verborgene: auf Materialien, Zwischenräume, Spiegelungen und Schatten – auf jene Elemente, die im ersten Moment entgehen und doch wesentlich zum Werk beitragen. Seine Arbeiten verbinden natürliche Stoffe wie Stein, Holz oder Fossilien mit industriellen Materialien wie Stahl, Aluminium oder Glas, die er präzise in Beziehung zu Raum und Betrachter setzt. So entstehen Skulpturen und Installationen, die das vielschichtige Verhältnis von Mensch und Natur erfahrbar machen und Fragen nach Wahrnehmung, Kontext und Zeit aufwerfen.