JazzatelierUlrichsberg

Ulrichsberger Kaleidophon 2019

Fr 26. April bis So 28. April 2019 im Jazzatelier Ulrichsberg

Kaleidophonplakat 2019 (Sujet: Karl Nömair)
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Fr 26. April ab 19.00 Uhr:
Manu Mayr Solo
Ada Rave Trio
WHO-Trio: Strell
Sa 27. April ab 17.00 Uhr:
Gareth Davis & Frances-Marie Uitti
Glawischnig & Feichtmair Duo
Gottschalk/Fengxia/Jacquemyn
D. P. Sundlands Home Stretch
So 28. April ab 17.00 Uhr:
Leimgruber Demierre Phillips & Lehn
Quatuor Brac
Neuköllner Modelle
Thomas Garcia, Ausstellung
PresseSpiegel
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ProgHeft
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Zehn Konzerte mit aktueller Musik aus den Bereichen Jazz, Neue Musik und Improvisation stehen auf dem Programm der 34. Ausgabe des Ulrichs­berger Kaleidophons. 30 Musiker und Musikerinnen aus verschiedensten Teilen der Welt werden die Jazz­atelier­bühne bespielen. Ensembles mit lang­jähriger Geschichte wechseln sich ab mit neuen Projekten. Akustisches steht neben Elektronik, Geschriebenes neben Improvisiertem. Die bunte Mischung kreativer Ansätze ist es einmal mehr, die das Kaleidophon prägt.

Neben dem konzertanten Geschehen gibt es im Rahmenprogramm eine Ausstellung mit Arbeiten von Thomas Garcia in den Jazzatelier-Galerieräumen zu sehen.

Eintrittspreise (Euro):
Nichtmitglieder Mitglieder
Normal Erm. Normal Erm.
Pass 75 68 68 60
Tagesk. 30 27 27 23

Ermäßigt: Menschen unter 25, Studierende, Arbeitssuchende, Behinderte u. Begleitung sowie Raiffeisen-, 4You-Card- und Ö1-Club­mitglieder. Eintritt frei für Kultur­pass­inhaber und Flüchtlinge.


Konzertprogramm am Freitag, 26. April 2019, ab 19.00:

Manu Mayr
Fr 26.4., 19.00 Uhr:
 
MANU MAYR SOLO
 
Manu Mayr, Kontrabass
Ein junger, vielversprechender Vertreter der kreativen österreichischen Musiklandschaft präsentiert frische Konzepte, Kompositionen und Improvisationen für Kontrabass.

Michael Ternai schreibt über Manu Mayrs Solo-Album „Morene“: Als Solist macht Manu Mayr auf beeindruckend innovative Art vor, was nicht alles aus einem Bass herauszuholen ist. Sein Stück kann man als eine einzige, wunderbar atmosphärisch aufgeladene Steigerung verstehen. Es beginnt in minimalistischen und reduzierten Gefilden relativ abstrakt und eigentlich nur rein perkussiv. Nach Melodien, Harmonien oder dergleichen sucht man im ersten Moment vergeblich. Ginge man allein nach dem Gehörten, wüsste man nicht einmal, dass hier ein Bass als Geräuscherzeuger herhält.

Erst nach und nach beginnt sich das Bild zu wandeln und der Sound wird zunehmend als der eines Kontrabasses wahrnehmbar. Aber dennoch, vom Musikalischen her regiert immer noch die Weigerung, sich den üblichen Mustern anzunähern. Es ist mehr Klangkunst, denn einfaches Musizieren, die der experimentierfreudige Wiener betreibt.

Manu Mayr stößt auf faszinierende Weise die Tore zu einer anderen musikalischen Dimension auf und beschreitet neuartige, fremde Pfade, die weit weg vom Gewöhnlichen führen. Ein wirklich einmal anderer Musikentwurf.

Manu Mayr, geboren in Wien, Kontrabass-Studium in Wien, lebt in Wien. Neben seiner Solotätigkeit arbeitet er in Ensembles und Projekten mit MusikerInnen wie Martin Eberle, Lukas König, Daniel Riegler, Maja Osojnik, Golnar Shahyar und Mona Matbou Riahi.

Cd: „Morene“, Laub-Records 2015

Ada Rave Trio. Foto: Francesca Patella
Fr 26.4., 21.00 Uhr:
 
ADA RAVE TRIO
 
Ada Rave, Tenorsax, Klarinette
Nicola Hein, präparierte Gitarre
Wilbert de Joode, Kontrabass
Improvisationsmusik von einer jungen Saxophonistin mit argentinischen Wurzeln im Verbund mit zwei etablierten Kräften der europäischen freien Szene.

Expressivity is a big thing for Ada Rave, the Argentinean saxophone player based in Amsterdam since 2013. She put together this drumless trio. But though the group bears her name, they create a musical trip improvising in complete communion. This trio explores their own sonic possibilities creating a unique narrative, a musical dialogue that is coined by fast, telepathic interaction and energetic interplay, never losing nuance and awareness for subtle impulses and sudden changes.

Ada Rave is from Buenos Aires and grew up in Patagonia. After having been a very active saxophonist in the jazz and free improvisation scene in Argentina, she decided to move to Europe where she nowadays continues developing her personal approach to improvised music. — Nicola L. Hein from Düsseldorf is a very active guitar player, soundartist, philosopher and composer on the internationally scene of improvised music. He is a fascinating young musician that plays acoustic and electric guitar with his hands and plectrum but also with a lot of different objects like screws, rulers and abrasive paper. — Wilbert de Joode was born in Amsterdam and is a veritable research scientist of bass pizzicato and bowing techniques. He is currently one of the most active bass players on the European improvised music circuit. His personal tone color, quirky improvisations and the use of gut strings contribute to an instantly recognizable and intriguing sound.

Cd: „The sea, the storm and the full moon“, Clean Feed, 2018

WHO-Trio
Fr 26.4., 23.00 Uhr:
 
WHO-TRIO: Strell - The Music of Billy Strayhorn & Duke Ellington
 
Michel Wintsch, Klavier
Bänz Oester, Kontrabass
Gerry Hemingway, Schlagzeug
Jazz und Blues stehen hier im Zentrum - geht es doch um nichts weniger als die Neuinterpretation der zeitlosen Musik von Billy Strayhorn und Duke Ellington.

Seit über 20 Jahren erkundet das WHO-Trio eine Musik, die sich zwischen Komposition und Improvisation bewegt. Dicht, schlüssig und eingängig sind die Stücke, welche die beiden Schweizer Michel Wintsch und Bänz Oester gemeinsam mit dem amerikanischen Drummer Gerry Hemingway hervorzaubern. Die drei Musiker setzen sich im WHO-Trio mit einer gemeinsamen Inspirationsquelle auseinander, die sowohl für die einzelnen Musiker als auch in der gemeinsamen musikalischen Kultur einen wichtigen Stellenwert hat: die Musik von Billy Strayhorn und Duke Ellington. Das Trio reichert dieses musikalische Erbe mit einer kontemporären Sprache an und nutzt diese, um neue Horizonte zu erkunden. Wintsch, Oester und Hemingway vermischen die Musik von Strayhorn und Ellington zu einer Komposition aus traditionellem Blues, kombiniert mit neueren Improvisationsklängen.

Michel Wintsch, * 1964, lebt in Chêne Bourg/CH. Neben seinem Mitwirken im WHO-Trio spielt er u.a. mit Musikern wie Fred Frith, Han Bennink und Michel Doneda. — Gerry Hemingway, * 1955 in New Haven/Connecticut, lebt dzt. in Luzern/CH. Hemingway gehört seit vier Jahrzehnten zu den bestimmenden Figuren des modernen Jazz und der zeitgenössischen Improvisationsmusik. — Bänz Oester, * 1966, lebt in Niederwangen/CH. Leitet eigene Gruppen und spielte in Bands von Musikern wie Dewey Redman, Joe Lovano und Pierre Favre.

Cd: "The WHO ZOO", Auricle Records 2014


Konzertprogramm am Samstag, 27. April 2019, ab 17.00:

Gareth Davis & Frances-Marie Uitti.
Sa 27.4., 17.00 Uhr:
 
GARETH DAVIS & FRANCES-MARIE UITTI
 
Gareth Davis, Bassklarinette
Frances-Marie Uitti, Cello
Kompositionen von Giacinto Scelsi und Salvatore Sciarrino bilden die Grundlage auf der dieses Duo freie Improvisationen entwickelt.

Gareth Davis is a versatile bass clarinet player, best known for his collaborations with Machinefabriek and Steven R. Smith. Virtuoso cellist Frances-Marie Uitti is widely revered for her unusual technique of playing the cello with two bows. Together they produce a terrifying and enervating sound by mixing contemporary classical works of Giacinto Scelsi and Salvatore Sciarrino with free improv. Basically they treat this contemporary compositons almost like themes and work around these.

Gareth Davis studierte in London bei Antony Pay und Roger Heaton und später in Amsterdam bei Harry Sparnaay. Komponisten wie Salvatore Sciarrino, Toshio Hosokawa und Peter Ablinger haben für ihn geschrieben. Mitarbeit aber auch beim Ensemble „Neue Vocalsolisten“ oder dem „Jack“-Streichquartett. Im Experimental- und Improv-Bereich betreibt er gemeinsame Projekte mit Elektronikern wie Scanner und Merzbow sowie mit dem amerikanischen Gitarristen Elliot Sharp.

Frances-Marie Uitti, geb. in Chicago, Cellistin/Komponistin, vorwiegend im Bereich der Neuen Musik tätig, mit zahllosen Auftritten weltweit. Sie hat in einer Pionierarbeit das gleichzeitige Spiel mit zwei Bögen entwickelt. Dadurch verwandelt sie das Cello in einen polyphonen Klangkörper, der in der Lage ist eine hochkomplexe Vielstimmigkeit zu erzeugen. Uitti hat in den 70er und 80er-Jahren in Rom intensiv mit Giacinto Scelsi zusammengearbeitet. Komponisten wie György Kurtág, Luigi Nono und John Cage haben für sie geschrieben. Improvisierend arbeitete sie u.a. mit Misha Mengelberg, Evan Parker und Mark Dresser.

CD: „Gramercy“, Miasmah Recs 2016

Dieter Glawischnig & Tanja Feichtmair.
Sa 27.4., 19.00 Uhr:
 
DIETER GLAWISCHNIG & TANJA FEICHTMAIR
 
Dieter Glawischnig, Klavier
Tanja Feichtmair, Altosax
"Ein sinnstiftender Dialog über zwei Generationen - zwischen jugendlichem Aufruhr und weiser Gelassenheit." (C.Haunschmid)

“Ein spannender Einblick in die Moderne: Die 80-jährige Pianistenlegende Dieter Glawischnig trifft auf die junge Ulrichsberger Altsaxophonistin Tanja Feichtmair. Es entsteht ein sinnstiftender Dialog über zwei Generationen. Die beiden spielen auf Augenhöhe, werfen sich die Dialogfetzen wie Pingpong-Bälle zu, oszillieren zwischen jugendlichem Aufruhr und weiser Gelassenheit: großartig.“ (C. Haunschmid)

Tanja Feichtmair, * 1972 in Linz, erhielt ihren ersten Instrumentalunterricht mit 6 Jahren bei Christine Wagner. Klavierunterricht bei Uta Schaden und Fridolin Dallinger. Erster Saxophonunterricht bei Hans Gringinger. Neben intensiver Solotätigkeit Zusammenarbeit u.a. mit John Russell, Gino Robair, Roger Turner, Marco Eneidi, Spirit, Weasel Walter sowie im „Trio Now!“ mit Fredi Pröll und Uli Winter. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen - zuletzt „Omnixus + Solo“, eine 2018 bei Leo Recs erschienene Produktion, die ihre Solotätigkeit und ihr Quartett mit Scott Looney, Hugh Livingston und Damon Smith dokumentiert.

Dieter Glawischnig, * 1938 in Graz; Pianist, Dirigent, Komponist, Pädagoge, Musikwissenschaftler; Leiter der Jazzabteilung an der Grazer Musikhochschule 1968/75, Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg 1982/2003, Leiter und Chefdirigent der NDR-Bigband 1980/2008; Pianist in den Gruppen NEIGHBOURS (seit 1974 mit Ewald Oberleitner und John Preininger, LP’s u.a. mit Anthony Braxton, Fred Anderson, Bill Brimfield) und CERCLE (seit 1992, mit Andreas Schreiber, John Marshall, bis 1998 mit Tony Oxley). Zahlreiche LP’s/CD’s mit Neighbours, Cercle und v.a. der NDR-Bigband.

Gottschalk, Fengxia, Jacquemyn.
Sa 27.4., 21.00 Uhr:
 
GUNDA GOTTSCHALK / XU FENGXIA / PETER JACQUEMYN
Gunda Gottschalk, Violine, Viola, Stimme
Xu Fengxia, Ghuzeng, Stimme
Peter Jacquemyn, Kontrabass, Stimme
Hervorgegangen aus Peter Kowalds "Global Village" musizieren die drei überzeugend aus dieser speziellen Tradition einer weltumspannenden freien Musik.

„In memoriam Global Village ist sohin beides, eine tiefe Verbeugung vor der Person und Kunst Peter Kowalds und zugleich eine Fortführung avancierter Tradition als unwiderstehlich intensives, komplexes, aus vollem Herzen gewachsenes Stück Musik, das schöner nicht vorstellbar wäre. Respekt!“ (Andreas Fellinger über die CD des Trios)

Fengxia, Gottschalk und Jacquemyn sind durch die Begegnung und die Zusammenarbeit mit Peter Kowald reich beerbt worden. Die Verständigung verschiedenster Musikkulturen durch das Zwiegespräch der Improvisation hat sich in ihrem Schaffen in zahlreichen Projekten fortgesetzt. 2017 formierten sie sich erstmals zur ehemaligen „Global Village“ Besetzung und zeigen seither, dass sie die Straße, die von Peter vorgegeben war, weiter beschreiten und zugleich neue Wege aufzeigen wollen.

Gunda Gottschalk, * 1969, lebt in Wuppertal, hat aufgrund ihrer Ausbildung zunächst einen eher klassischen Hintergrund, arbeitet aber vor allem in verschiedensten Improv-Projekten. — Xu Fengxia, * 1963 in Shanghai, lebt seit 1991 in Europa, hat ihre musikalischen Wurzeln in der traditionellen chinesischen Musik. In Kooperationen mit europäischen Ensembles und MusikerInnen lotet sie die Möglichkeiten ihres traditionellen Instrumentariums im Bereich der freien Improvisation aus. — Peter Jacquemyn, * 1963 in Schaarbeek, lebt in Brakel/Belgien, wo er in Punkbands spielte, mit Improvisatoren wie Fred van Hove kooperiert und als Bildhauer arbeitet.

Cd: „In memoriam global village“, el negocito 2017

Home Stretch
Sa 27.4., 23.00 Uhr:
 
Dan Peter Sundlands
HOME STRETCH

Philipp Gropper, Tenorsax
Antonis Anissegos, Klavier
Dan Peter Sundland, E-Bass
Steve Heather, Schlagzeug
Sundlands Kompositionen verbinden kammermusikalische Ansätze mit der Unmittelbarkeit und Freiheit von Jazz und Improvisierter Musik.

Norwegian bass player Dan Peter Sundland has gathered three of Berlin‘s most prominent improvisers in his Home Stretch. Since 2014 the quartet combines chamber musical timbres and sensitivities with the immediacy and freedom of free jazz and improvised music through improvisations and Sundland‘s compositions.

Dan Peter Sundland (* 1986, Oslo) arbeitet als E-Bassist in der norwegischen und in der Berliner Jazz- und Improvisations-Szene. Neben dem Quartett „Home Stretch“ leitet er weiters das Ensemble „Elevenette“ und spielt u.a. mit Musikern wie Jim Black, John Hollenbeck, Axel Dörner und Tobias Delius. — Philipp Gropper (* 1978, Berlin) studierte Jazzsaxophon an der UdK Berlin, gründete 2003 mit Ronny Graupe und Christian Lillinger das Trio „Hyperactive Kid“, 2012 das Quartett „Philm“ mit Elias Stemeseder, Robert Landfermann und Oliver Steidle und 2013 die elektroakustische Band „Tau“ mit Philipp Zoubek, Moritz Baumgärtner und Petter Eldh. — Antonis Anissegos, geb. in Thessaloniki, wo er Klavier und Komposition studierte, lebt seit 1998 in Berlin - wo er u.a. im Trio „Grix“ mit Floros Floridis und Yorgos Dimitriadis spielt. Zahlreiche CD-Aufnahmen im Bereich zeitgenössischer Musik - u.a. hat er 2014 die „Time-Length Pieces“ von John Cage für Wergo eingespielt. — Steve Heather, geboren in Melbourne/Australien, Studium in Amsterdam, lebt dzt. in Berlin. In Ulrichsberg war er bereits mehrfach zu hören - u.a. in Bands wie Booklet, Efzeg, Ashes, The Peeled Eye, …

Cd: „Home Stretch“, Creative Sources 2016


Konzertprogramm am Sonntag, 28. April 2019, ab 17.00:

LDPL.
So 28.4., 17.00 Uhr:
 
TRIO LEIMGRUBER DEMIERRE PHILLIPS & THOMAS LEHN
 
Urs Leimgruber, Saxophone
Jacques Demierre, Klavier
Barre Phillips, Kontrabass
Thomas Lehn, Analog-Synthesizer
Im Trio arbeiten Leimgruber, Demierre und Phillips seit Jahrzehnten an ihrem "endlosen Track". Neu ist die gelegentliche Einbindung von Gästen wie Thomas Lehn.

„Das Abenteuer Improvisation wird einem selten so eindringlich vor Ohren geführt wie mit dem Trio Leimgruber Demierre Phillips. Seit bald 20 Jahren sind die drei Instrumentalisten daran, ihre stupende Musik des Moments immer wieder anders und überraschend auf den Punkt zu bringen. Mit dem Kontrabassisten Barre Phillips ist ein Musiker mit dabei, der schon vor über 50 Jahren das Publikum begeisterte. Im letzten Jahr ist das Trio an verschiedenen Residenzen in Europa mit illustren Gästen aufgetreten. Auch in Ulrichsberg haben sie mit Thomas Lehn einen Topmusiker mit an Bord. Seine Analog-Elektronik fügt sich nahtlos in den puren Ausdruck dieses Trios.“ (Pirmin Bossart)

Urs Leimgruber (Luzern) hat eine langjährige Erfahrung im Bereich zeitgenössischer Improvisation. Zusammenarbeit u.a. mit Joëlle Léandre, Marilyn Crispell und Fritz Hauser. — Jacques Demierre (Genf) arbeitet im Bereich komponierter und improvisierter Musik. Als Improvisator Konzerte und Aufnahmen u.a. mit Irène Schweizer, Axel Dörner und Barry Guy. — Barre Phillips, * 1934 in San Francisco, Komponist und Improvisator. Seine langjährige, musikalische Erfahrung umfasst diverse Musikstile von Coleman Hawkins bis Derek Bailey. Seine Soloaufnahme “Journal Violine” (1968) gilt als erstes Bass-Soloalbum der Jazzgeschichte. — Thomas Lehn, * 1958 in Fröndenberg/D, lebt in Wien. Studierte Tontechnik und Klavier. Mitglied in zahllosen Improvisationsprojekten mit Musikern wie zB. Phil Minton und Ninh Le Quan.

Die Tour wird von der Schweizer Kulturstiftung „Pro Helvetia“ unterstützt.

CD: „Willisau“, Jazzwerkstatt 2019

Quatuor Brac
So 28.4., 19.00 Uhr:
 
QUATUOR BRAC
 
Tiziana Bertoncini, Violine
Vincent Royer, Viola
Soizic Lebrat, Cello
Benoît Cancoin, Kontrabass
Die Neue Musik, die hier entsteht, resultiert vor allem aus dem kollektiv-improvisatorischen Zugang dieser vier italienisch/französischen StreicherInnen.

Bei Quatuor BRAC begegnen sich vier Streicher, um gemeinsam Sounds zu erkunden, neue Orte und Formen auszuprobieren und so die musikalischen Grenzen porös werden zu lassen. Improvisation ist dabei die Methode, die die Musiker nutzen, um neue Klänge zu entdecken und zu erzeugen. Im wahrsten Sinne des Wortes Neue Musik. Die erste CD des Quartettes erschien 2014 auf Blumlein Records.

Tiziana Bertoncini stammt aus Italien, lebt in Wien. Absolvierte das Konservatorium von Siena in Violine und die Kunstakademie von Carrara. Nach div. Orchesterengagements wandte sie sich schwerpunktmäßig der geschriebenen und improvisierten zeitgenössischen Musik zu und ist dzt. u.a. Mitglied im Ensemble ]h[iatus. — Soizic Lebrat, geb. 1976 in Lyon, lebt in Nantes. Nach dem Cellostudium gewann sie während eines Workshops mit Joëlle Léandre die Freiheit zum Spielen zurück und arbeitete seither u.a. mit Guillaume Viltard, Yuko Oshima, Heddy Boubaker, Isabelle Duthoit und Michaël Nick zusammen. — Vincent Royer: Nach Studium in Deutschland und Lehrtätigkeit in Belgien gründete er das Ensemble Aléa, das sich der Improvisation und der gemeinsamen Komposition widmet. Seine Arbeit ist stark von der spektralen Bewegung (Scelsi, Radulescu, Grisey) inspiriert. — Benoît Cancoin lebt in St. Etienne/Frankreich. Studierte Kontrabass, interpretierte viel zeitgenössische Kontrabassliteratur, wandte sich dann aber vermehrt der Improvisation zu. Arbeitet weiters gerne in multimedialen Projekten mit Tanz, Dichtung und Malerei.

Neuköllner Modelle by Photomusix Cristina Marx
So 28.4., 21.00 Uhr:
 
NEUKÖLLNER MODELLE
 
Bertrand Denzler, Tenorsaxophon
Joel Grip, Kontrabass
Sven-Åke Johansson, Schlagzeug
Ein Trio mit konstruktivem non-expressiven Free-Form-Jazz oder, wie Sven-Åke Johansson das gerne formuliert: „Freejazz ohne Schwitzen!“

Denzler, Grip und Johansson spielen „Neuköllner Modelle“. Dieses Trio wurde 2015 gegründet. Die Gruppe hat 2016 eine LP („Sektion 1-2“) im Trio und 2017 ein Doppel-CD („Sektion 3-7“) mit Gast Alexander von Schlippenbach (Piano) veröffentlicht, beide auf Umlaut Records. Neue Aufnahmen im Trio sollten 2019 publiziert werden.

Neuköllner Modelle enthält eine Menge Neudeutung. Nicht nur Kölln, sondern „Neukölln“. Die Spielweise kann man als konstruktiv bezeichnen, mit den Erkenntnissen aus der expressiven Grundlage des Freejazz, mit Mikro-Interaktionen und Reaktionen aus dem Unterbewussten, eingesetzt als bewusst radikale Formsätze, die über weite Strecken variiert zu Formerweiterung führen! Modelle für die Auslotung der ungebundenen Rhythmik, Periodik und Methoden der Harmonik - Verfahrensweisen. – Sven-Åke Johansson

Sven-Åke Johansson, geb. 1943 in Mariestad, ist ein schwedischer Komponist, Musiker, Autor und bildender Künstler, der in Berlin lebt. Johannsson war maßgeblich an der Entwicklung der europäischen Version von Free Jazz und freier Improvisationsmusik beteiligt. — Joel Grip stammt ebenfalls aus Schweden, spielt in Gruppen mit Pat Thomas, Szilárd Mezei und Tristan Honsinger und betreibt das Plattenlabel Umlaut-Records. — Bertrand Denzler, geb. 1963 in Genf, lebt in Paris, wo er in Improvisationsgruppen wie Hubbub oder dem Trio Sowari arbeitet.

JAZZATELIER ULRICHSBERG
Badergasse 2, A-4161 Ulrichsberg. Tel: 0043 7288 6301 / eMail: afischer@jazzatelier.at / Web: www.jazzatelier.at