JazzatelierUlrichsberg

Brötzmann / Swell / Nilssen-Love

Samstag, 28. Februar 2015, 20.00 Uhr im Jazzatelier Ulrichsberg

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Brötzmann / Swell / Nilssen-Love -  Foto

Peter Brötzmann, Saxophone
Steve Swell, Posaune
Paal Nilssen-Love, Drums

Wenn die Chronik stimmt, dann war 1982 das Jahr, in dem Peter Brötzmann erstmals bei uns spielte (im Duo mit Willi Kellers)… Jetzt jedenfalls stellt er unter dem Titel "First Meeting from the Multiverse" im Rahmen einer Europatour seine aktuelle Band vor - und gastiert auch in Ulrichsberg. Mit im Boot: Der New Yorker Posaunist Steve Swell, der im Laufe der Jahre u.a. in Bands von Anthony Braxton und Cecil Taylor mitgewirkt hat, sowie Paal Nilssen-Love (Oslo), zuletzt bei uns zu Gast 2010, im Duo mit Frode Gjerstad.

"Manche halten Peter Brötzmann wegen seiner kompromisslosen Radikalität für einen Koloss der Jazzmoderne. Andere sprechen dem Freejazz-Saxofonisten ab, überhaupt Jazz spielen zu können. Brötzmann polarisiert. An seiner Musik scheiden sich die Geister. Dass Zeitgenossen sich an Brötzmann reiben, hat mit seiner brachialen Spielweise zu tun. Im Powerplay ist er unübertroffen! Sein ästhetischer Standpunkt ist von Eindeutigkeit bestimmt. Vielleicht hat ihn dieses Merkmal zum weltweit bekanntesten deutschen Jazzmusiker gemacht.

1941 in Schlawe (Pommern) geboren, erklärt vielleicht Brötzmanns preußische Herkunft die hochdisziplinierte Besessenheit, mit der er unbeirrbar über nahezu ein halbes Jahrhundert seiner Utopie eines freien Jazz gefolgt ist. Als 13-jähriger gerät er in den Bann der swingenden Klänge aus New Orleans und fängt an, in der Schulcombo in Remscheid Jazzklarinette zu spielen. Inspiriert von den neuen Sounds aus Amerika (Ornette Coleman, Alber Ayler, etc.) radikalisiert Brötzmann in den 1960er Jahren sein Saxofonspiel und tingelt durch die westdeutschen Clubs, um bald auch Abstecher nach Holland, Belgien und England zu machen.

Brötzmann wirkt im Globe Unity Orchestra mit und ist an der Gründung der FMP beteiligt, dem Selbsthilfelabel der westdeutschen Freejazzer. Später macht er noisehaltigen Punkjazz mit "Last Exit", um dann in Formationen wie dem "Chicago Tentett" oder dem Powertrio "Full Blast" aktiv zu sein. Der Avantgardist Brötzmann ist zum Klassiker geworden, dessen Name wie Cage oder Stockhausen längst zu einem Markenzeichen geworden ist." (Christoph Wagner in seinem Artikel über Brötzmanns unlängst im Wolke-Verlag erschienenes und höchst lesenswertes Buch "We thought we could change the world".)

Links: Peter Brötzmann | Steve Swell | Paal Nilssen-Love | Wolke-Verlag

EINTRITT: € 15 / 12 / 9; Ermäßigungen für Menschen unter 25, Studenten, Arbeitssuchende, Behinderte und deren Begleitung sowie Raiffeisen-, Blas­musik­jugend-, 4You-Card- und Ö1-Clubmitglieder. Eintritt frei für Kulturpassinhaber.
JAZZATELIER ULRICHSBERG
Badergasse 2, A-4161 Ulrichsberg. Tel: 0043 7288 6301 / eMail: afischer@jazzatelier.at / Web: www.jazzatelier.at