rueck|vor

Die Sendung der Radio - Mitschnitte erfolgt am 10. Mai (ORF) und am 6. Juli (SWR)
 
Hier gehts zu Fotos von Uli Templin und Günther Gröger.

PRESSESPIEGEL
pdf (8MB)

Das Ulrichsberger Kaleidophon präsentiert in zwölf Konzerten an drei Tagen vierzig Musiker und Musikerinnen aus Argentinien, Deutschland, England, Frankreich, Japan, USA und Österreich. Zehn Konzerte finden im Jazzatelier statt, je eines wird in die Pfarrkirche bzw. in die Tiefgarage der Firma Neuburger ausgelagert. Neben den Konzerten gibt es in den Galerieräumen eine Ausstellung fotografischer Arbeiten von Isabella Wintschnig.

Inhaltlich geht es vor allem um Vielfalt: Jazz spielt eine Rolle, Neue Musik und Elektronik zumindest ansatzweise und wie immer wird das Ganze mit der großen Klammer namens Improvisation verbunden. Auf das bestehende Angebot zu antworten und Fehlendes nachzureichen sind weitere wichtige Motive: Was im herkömmlichen Musikbetrieb zu kurz kommt, das war bei uns schon immer gut aufgehoben.

Wichtig sind uns auch bei der nun bevorstehenden 27. Ausgabe des Festivals vor allem jene Künstler und KünstlerInnen, die um die Geschichte wissen - sei es im Jazz, in der Improvisation oder in der Neuen Musik - und die daran arbeiten, aus den „herumliegenden“ historischen Teilen frische, gegenwartsrelevante Ergebnisse zu formen. Manche dieser KünstlerInnen, wie John Butcher oder Dave Rempis, sind zur Gänze der Improvisation verpflichtet. Andere wie Judith Unterpertinger oder Kyle Bruckmann arbeiten an der Verbindung von Freiem mit Struktur. Wieder andere, wie Annelie Gahl, interpretieren mit ganzer Kraft fix Vorgegebenes. All dies hat Platz im Kaleidophon. Frisches gemischt mit Bewährtem. Frisch ist übrigens nicht immer gleichbedeutend mit jugendlich: Ghédalia Tazartès z.B. ist 65 - und trotzdem in Österreich vollkommen zu Unrecht weitgehend unbekannt. Das sollte sich ändern, finden wir!

Viel Vergnügen!

EINTRITT: für Jazzatelier - Nichtmitglieder: 3-Tages-Pass: € 69,00 (erm. 63); Tageskarten: € 27,00 (erm. 24); Für Jazzatelier - Mitglieder: 3-Tages-Pass: € 63,00 (erm. 55); Tageskarten: € 24,00 (erm. 20). Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Behinderte nebst Begleitung, sozial Benachteiligte sowie 4YouCard-, Euro26-, Ö1- und Raiffeisen- Clubmitglieder. Eintritt frei für Kulturpassinhaber.

 
 
 

Konzertprogramm am Freitag 27. April 2012, ab 19.00 Uhr:

Eine junge Berliner Band mit frischen, farben- und formenreichen Klanglandschaften.

Über „tingtingk“, das neue Album des Trios Rupp / Müller / Fischerlehner, berichtet das freiStil-Magazin: „Von very weird Ambient bis zu unbändigem Noise Jazz samt Free Rock-Finten. Die Improvisationen dieses frischen Trios geben alles. Herausragende Technik zeigt sich zwangsweise. Im Vordergrund steht aber allein autarker Klang. Ziselierte Düsternis ohne Eitelkeiten und Klischees. Die Instrumente werden so eingesetzt, dass ihre herkömmlichen Funktionen leicht in Vergessenheit geraten. Im Bann des Ausdrucks schöpft man aus dem Vollen.

Olaf Rupp, der sich schon mit John Zorn, Lol Coxhill und Tony Buck die Bühne teilte, webt elektrische Cluster, ballert Töne ins wabernde Weiß, formuliert Fragen an das Flagollet. Kleine Apokalypsen aus der Hüfte.Matthias Müller erweckt seine Posaune zum Leben. Frankenstein Hilfsausdruck. Es wird gemault und geschrien, gestoßen, getragen, geklappert und geschwiegen. Auch Drummer Rudi Fischerlehner (Erste Stufe Haifisch, Pinx, Blisk etc.) spielt sich frei. Seine Schlagwerk-Experimente verleihen dem tonalen Polylog eine chaotische Struktur: vibrierende Rippen für das fiebrige Fleisch. Sogwirkung.“

Olaf Rupp, Berlin, spielt und improvisiert seit seinem 12. Lebensjahr. Vier Soloalben bei Labels wie FMP und Grob. In Ulrichsberg zuletzt zu Gast 2006 im Trio mit Jan Roder und Rudi Mahall. Matthias Müller, Berlin, Mitglied in Bands wie Superimpose und Astronomical Unit mit Christan Marien und Clayton Thomas. Rudi Fischerlehner, gebürtiger Oberösterreicher, lebt in Berlin. Drummer in zahlreichen Projekten verschiedenster Schattierung von Jazz, Post-Rock, improvisierter und experimenteller Musik.

Cd: tingtingk, gligg-records 2011

 

TOP
 

Christof Kurzmanns Südamerika-Kooperation: Ein Trio das tiefschürfende Materialerkundungen betreibt.

Una Casa / Observatorio ist Christof Kurzmanns neuestes Projekt. Im Unterschied zur Originalbesetzung mit den beiden Südamerikanern Edén Carrasco am Saxophon und Leonel Kaplan an der Trompete wird der Ulrichsberg-Auftritt mit einem „Ersatzmann“ am Saxophon bestritten: John Butcher springt für Carrasco ein, da dieser aufgrund einer etwa für diese Zeit erwarteten Entbindung Südamerika nicht verlassen will.

Prophetisch muten deshalb hier nun Andreas Fellingers Worte aus der Plattenbesprechung an: „Materialistische Musik im Sinn von Erkundung des instrumentellen Materials steht weit im Vordergrund der dreifachen Bemühungen auf dieser CD, danach kommt lange nichts. Der Sound macht hier die Musik. Aus unseren Breiten kennt man Instrumentalexplorationen in dieser hochkarätigen Güte am besten von Artisten wie John Butcher.“ Eben.

Christof Kurzmann lebt in Buenos Aires, Berlin und Wien, ist einer der Pioniere, die den Computer als Musikinstrument nutzen, hat das Label Charhizma gegründet und leitet viele verschiedene Bandprojekte und internationale Kooperationen. Leonel Kaplan, geboren 1973 in Buenos Aires, seit mehr als 10 Jahren in der argentinischen Improvisationsszene aktiv. Internationale Projekte mit Musikern wie Michel Doneda, Le Quan Ninh und George Cremaschi. John Butcher, britischer Saxophonist und Improvisator. Studierter Physiker und als solcher bis 1982 aktiv. Seither in Kooperationen mit hunderten von Improvisationsmusikern weltweit zu hören. Solotätigkeit. 2011 erhielt er den britischen Paul Hamlyn Foundations Award.

Cd: „una casa / observatorio“, three chairs recordings, 2011

 

TOP
 

Ein türkisch-französischer Kultperformer mit seiner stimmakrobatischen Interpretation von Benjamin Christensens Hexen-Film.

„Haxan“, zwischen 1919 und 1921 gedreht, tritt zunächst wie ein verstaubter Lehrfilm zum Thema Hexen auf. Der pseudowissenschaftliche Duktus wird aber bald durchbrochen. Plötzlich werden in Spielfilmszenen Hexenverfolgung und Inquisition nachgestellt, und statt abgefilmter Buchseiten und Tableaus mit trockenen Kommentaren kommen unschuldige Frauen und böse Mönche auf die Leinwand. Die Angeklagten werden zu Geständnissen gezwungen, aber Satan und seinen Gehilfinnen ist natürlich nicht beizukommen, wild feiern sie ihren Sabbath weiter. Ironie und Bildungsauftrag wechseln sich beabsichtigt oder unbeabsichtigt ab und schaffen so ein faszinierendes Zeitdokument, dessen Machart ihm bis heute einen Spitzenplatz in vielen Kategorien des Best-of aller Stummfilme eingebracht hat.

Ghédalia Tazartès was born 1947 in Paris, where he still lives, to Turkish parents. Within the 31 years since his first musical oeuvre – „Diasporas“ in 1979 – he only released 9 albums. Nonetheless he is praised as being one of the most creative European experimental artists and is often mentioned as an important influence on a lot of todays underground music exponents.

Ghédalia Tazartès’ music has always been a mystery. It switches from musique concrète to – existing or invented – ethnic music, from poetry to noise, or from loops and collages to sad and extremely beautiful tunes in a second, but it constantly is in flux and coherent. Or like André Glucksmann wrote: „Ghédalia Tazartès is a nomad. He wanders through music from chant to rhythm, from one voice to another. He paves the way for the electric and the vocal paths, between the muezzin psalmody and the screaming of a rocker (…) Ghédalia is the orchestra and a pop group all in one person; the solitary opera explodes himself into an infinity of characters. The author and his doubles work without a net, freely connecting the sounds, the rhythms, his voice, his voices. The permanent metamorphosis is a principle of composition, it escapes control, refuses classification. Off limits, music descends, cries and screams when it touches the ground.“

 

TOP
 

Rau, räudig und ruppig aufspielendes Trio aus dem Wiener Untergrund.

Susanna Gartmayer, geboren 1975 in Wien, Studium der Malerei und Druckgraphik an der Akademie der Bildenden Künste, Wien. Beschäftigung mit Improvisation und den Klangmöglichkeiten auf der Bassklarinette. Abstrakte Klanglandschaften interessieren sie dabei gleichermaßen wie komplexe Rhythmik oder energetischer Freejazz. Susanna Gartmayer spielt in Experimentalrockbands, in Ensembles für organisierte und improvisierte Musik sowie beim Gemüseorchester.

DD Kern ist ein österreichischer Drummer, DJ und Komponist. Mitarbeit in Bands wie BulBul, Fuckhead, Swamp, Swallow und Wipeout.

Philipp Quehenberger, gebürtiger Tiroler, ausgebildet am Innsbrucker Konservatorium, bedient verschiedenste Genres zwischen Improvisation, Hardcore, Metal, Jazz und Elektronik. Das Talent wird Quehenberger von seinem Vater in die Wiege gelegt. Der ist selbst Jazzmusiker mit einer großen Sammlung an Gerätschaften zur Tonerzeugung. Auf ihnen experimentiert Quehenberger und tritt ab 1994 mit Spielzeuginstrumenten und absurden Kostümierungen auf. Ende der 90er Jahre verlegt er seinen Wohnsitz nach Wien und taucht in die dortige Szene ein. Zusammen mit Gerhard Potuznik, dem Comic-Zeichner Tex Rubinowitz und Didi Kern gründet er das Projekt „Die Mäuse“. Seit 2001 profiliert er sich mit seinen Soloarbeiten.

Philipp Quehenberger: „Ich lasse mich gern auf neue Sachen ein, habe als eigentlich irgendwo aus der Grauzone zwischen Hardcore, Techno und Free Jazz kommender Musiker aber so meine Probleme mit der endgültigen Form von Musik auf Tonträgern. Ich probiere ewig herum, nehme auf, lösche das Ganze wieder.“ Es gibt - wohl auch deshalb - noch keine CD dieses Trios ...

TOP
 

 
 

Konzertprogramm am Samstag 28. April 2012, ab 17.00 Uhr:

Das stabile Duo der beiden britischen Johns mit einem experimentellen Perkussionisten aus San Francisco als Gast.

„Der besondere Wert der Tatsache, dass man bereit ist, während einer Vorstellung seine Meinung zu ändern, gehört zum Wesen der Improvisation. Fast unbewusst befasst man sich mit Dingen, die man nicht erwartet hat, nicht geplant hat. Es ist immer aufregend, wenn die Musik an einem Ort ankommt, den sich kein einzelner Musiker hat vorstellen können, oder wohin er sie im Voraus hätte lenken können - auch wenn dies das mulmige Gefühl hervorbringt: „Wenn ich gewusst hätte, dass ich das spielen würde, hätte ich es besser gemacht.“

Man versucht, sich physisch und psychisch auf alles vorzubereiten, außer auf die Details dessen, was man dann tatsächlich spielt. Während die Ideen lang vor einer tatsächlichen Aufführung reifen, haben sie eine neblige Konsistenz ohne wirkliche Existenz, bis sie wirklich ausgeführt werden. Neben den eher überlegten Anpassungen der Absicht, die von Moment zu Moment vorgenommen werden, ist die kreative Nutzung des Unerwarteten, der „Unfälle“, wichtig. Oft enthält mein eigens Spiel Material, das genau an der Grenze der instrumentalen Stabilität und Kontrolle liegt. Wenn es auf die Seite des Unerwarteten springt, ist die Notwendigkeit, der neuen Richtung einen Sinn zu geben, ein gutes Gegenmittel gegen Sebstzufriedenheit. Dasselbe gilt für das Nachdenken über Situationen, in denen man versagt hat.“
(John Butcher in „Aspekte der freien Improvisation“, Wolke Verlag, 2011).

John Butcher betreibt seit Jahren Duos mit dem US-Perkussionisten und Komponisten Gino Robair und dem britischen Bassisten John Edwards. Die Zusammenarbeit im Trio ist relativ neu: 2011 absolvierten die drei eine erste kleine England-Tournee. Was jetzt bevorsteht, ist somit nichts weniger als die „kontinentaleuropäische Premiere“!

 

TOP
 

Das Quartett verzahnt geplante Strukturen mit unplanbaren Improvisationen.

No Business for Dogs ist ein Hybrid aus mäandernder Improvisation und dem Willen zur Struktur, geformtem Chaos und zerbrechender Ordnung, subtiler Kraft und dramatischer Fragilität. Oder, wie das freiStil #41 vermerkt: „Innenklavierspielerin Judith Unterpertinger, die sich neuerdings Juun nennt, hat sich für diese Combo zwei Schlagwerker angelacht, Steven Hess aus Chicago und Langzeitmusikpartner Bernhard Breuer, beschäftigt Tontechniker Alfred Reiter als integralen Bandbestandteil und übt sich in der Konzentration auf stille, beharrliche Perkussionsmusik mit nur geringen Abweichungen. Eine äußerst reduzierte Klangarbeit mit gehörigem Mehrwert, in der Juuns Anschlagen diverser Metallteilchen noch das spektakulärste Element darstellt. Eine Entdeckung.“

Juun, geboren 1977 in Tirol, studierte Komposition und Klavier am Brucknerkonservatorium in Linz sowie Philosophie an der Universität Wien. Tätig als Komponistin, Pianistin und Performancekünstlerin. Untersuchungen zum Verhältnis der Künste zueinander wie Musik und Tanz und bildender Kunst. Die Werkliste umfasst dementsprechend Ensemblestücke, Kurzopern und Klanginstallationen genauso wie Fotografien, Zeichnungen und Performances. Lebt dzt. in Obertraun und London.

Bernhard Breuer, Schlagzeuger aus Oberösterreich, arbeitet u.a. mit Christian Gratt, Noel Akchote, Franz Hautzinger und Manfred Hofer in Projekten zwischen Improvisation, Rock und Noise wie z.B. „Brpobr“ und „Elektro Guzzi“.

Steven Hess, geboren 1969, lebt in Chicago. Spielt in Gruppen wie Haptic, On und Ural Umbo u.a. mit Boris Hauf, Helge Sten, Jason Stein und Christian Fennesz.

Alfred Reiter, geb. 1977 in Haslach, Saxophonist und Tonmeister. Langjähriger tontechnischer Betreuer des Kaleidophones.

CD: no business for dogs: „lovely objects“, 2011

 

TOP
 

Komposition, Improvisation und Jazz gehen hier mühelos ineinander über.

Kyle Bruckmann lebt in Oakland, Kalifornien, spielt Oboe im San Francisco Symphony Orchestra, komponiert für eigene Ensembles und arbeitet in verschiedenen Jazz- und Improvisationsensembles der San Francisco Bay-Area-Szene mit.

Bruckmanns „Wrack“ besteht seit 10 Jahren und ist in gewisser Weise ein Zwittervehikel: Kammermusikensemble und Jazzband in einem. Die Kompositionen reflektieren abendländisch-europäisch-kontrapunktische Techniken genauso wie einen afroamerikanisch beeinflussten Zugang. Einzelne Stimmen sind im Wissen um die Vorlieben und Möglichkeiten der SpielerInnen geschrieben. Improvisatorische Freiräume wechseln mit fix notierten Passagen. Charles Ives und Morton Feldman sind genauso präsent wie Anthony Braxton und die Chicagoer AACM. Oder, wie es Troy Collins einmal für den All About Jazz-Blog formuliert hat: „Whether Wrack qualifies as free jazz, chamber jazz or some other hybrid is irrelevant: this is music made by artists unafraid of genre constraints.“

Bassklarinettist Jason Stein kommt aus Chicago, studierte bei Charles Gayle und Milford Graves, Solotätigkeit und Leiter eigener Gruppen wie z.B. „Locksmith Isidore“, sein Trio, mit dem er 2010 in Ulrichsberg zu Gast war. Jen Clare Paulson studierte Koto und Viola, spielt in div. Sinfonie-Orchestern in Madison, Wisconsin, sowie in Guillermo Gregorios Madi Ensemble. Anton Hatwich lebt seit 2003 in Chicago, wo er mit Musikern wie Keefe Jackson und Dave Rempis zusammenarbeitet. Auch Timothy Daisy hat seine Wurzeln in der vielfältigen Chicagoer Szene: Fred Anderson, Ken Vandermark, Fred Lonberg-Holm oder Nate McBride sind einige seiner Spielpartner.

Mid Atlantic Arts Foundation

This Engagement is supported by Mid Atlantic Arts Foundation through USArtists International in partnership with the National Endowment for the Arts and the Andrew W.Mellon Foundation.

Cd: Wrack: „Cracked Refraction“, Porter Records 2011

 

TOP
 

HellSkell

Sa 28.4., Konzert 4
(Neuburger-Tiefgarage):
 
HELL SKELL ART ORCHESTRA
Florian Gruber, Nik Hartmann, Elektronik
Leon DaSorci, Altosax/e-g
Thomas Varga, E-Git., Voc
Hannes Wirth, E-Gitarre
Thomas Frattner, Keyboard
O.Hacker, S.Holnsteiner, Visuals

Digitale und analoge Klang- und Bildlandschaften von einem jungen Ensemble.

Das Hell Skell Art Orchestra ist aus dem Jazzatelier-Nachwuchsprojekt „atelier-abstrait“ hervorgegangen: Vorwiegend junge Musiker an diversen analogen und digitalen Gerätschaften in spielerischer Interaktion mit verschiedenartigen visuellen Hervorbringungen - von einfacher Leinwandmalerei bis zu computergenerierten Digitalprojektionen.

CD: „Improtage 2010“, Eigenverlag „ambientartlab.at“

TOP
 

 
 

Konzertprogramm am Sonntag 29. April 2012, ab 15.00 Uhr:

Annelie Gahl

So 29.4., 15.00 Uhr
(Pfarrkirche):
 
ANNELIE GAHL
 
Annelie Gahl, Violine
spielt Kompositionen von Cage,
Feldman, Scelsi und Klaus Lang

Anlässlich seines 100. Geburtstages: Ein Ständchen für John Cage!

Programm:
John Cage, chorals for violin solo (1978)
Morton Feldman, For Aaron Copland (1981)
Giacinto Scelsi, Xnoybis (1964)
Klaus Lang, die ränder der welt (2005)
John Cage, chorals for violin solo (1978)

Annelie Gahl, geb. 1965, studierte an der Universität Mozarteum bei Paul Roczek und an der Wiener Musikhochschule bei Ernst Kovacic sowie an der Northern Illinois University bei Shmuel Ashkenasi.

Von 1995 bis 2008 war sie Mitglied der Camerata Salzburg; sie wirkt regelmäßig in Nikolaus Harnoncourts Concentus Musicus mit, spielte u.a. im Klangforum Wien und im Chamber Orchestra of Europe.

Lehrverpflichtungen in Wien und an der Universität Mozarteum runden ihre musikalische Tätigkeit ab. Bei den Salzburger Festspielen 2010 leitete sie das Barockorchester „ Capella Triumphans“.

Als Solistin trat sie u.a. mit der Camerata Salzburg auf, weiters wurde sie zu Solokonzerten bei Wien Modern, den Klangspuren Schwaz und in der Philharmonie Luxembourg geladen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden in ihrer Soloarbeit die Werke von Giacinto Scelsi, Luigi Nono, John Cage und Galina Ustvolskaia. Ihre erste Solo-CD mit Werken von H.I.F. Biber und zeitgenössischen österreichischen Komponisten erschien 2005 unter dem Titel „innaron“ und fand begeisterte Resonanz bei Publikum und Medien.

Ihre Einspielung „Melodies und Harmonies“ von John Cage, gemeinsam mit dem Komponisten Klaus Lang, erschien 2010 bei collegno und wurde umgehend mit dem Pasticcio Preis des ORF ausgezeichnet.

Gahls besonderes Interesse gilt der Kammermusik. Sie befasst sich aber auch intensiv mit Improvisation, so u.a. als musikalische Partnerin des Tänzers Mario Mattiazzo, mit dem sie mehrere Produktionen im Wiener Schauspielhaus und im Odeon erarbeitete.

 

TOP
 

Improvisierte Kammermusik von zart subtil bis massiv hoch-energetisch.

Das Trio „Schindler / Holzbauer / Lillmeyer“ entwickelte sich aus der Zusammenarbeit im „Munich Instant Orchestra“. Die improvisierte Kammermusik der drei Musiker ist geprägt durch die Konfrontation der jeweiligen musikalischen Ursprünge der Spieler: freier Jazz, alte, experimentelle und zeitgenössische Musik. Der Improvisationsansatz reicht von kaum wahrnehmbaren, subtilen bis zu hoch-energetischen Soundereignissen.

Udo Schindler, studierte Flöte am Konservatorium Nürnberg und Architektur in München. Seit 1980 selbständiger Architekt. In den 90ern Hinwendung zur Neuen und improvisierten Musik. Kooperationen u.a. mit Gerry Hemingway, Eddie Prevost, Sebi Tramontana und John Russell. In den letzten Jahren Intensivierung der Solo-/Duoprojekte.

Margarita Holzbauer, Cello-, Gamben- und Improvisationsstudium am Münchner Konservatorium und an den Hochschulen für Musik in Trossingen, Verona und Basel. Orchester- und Kammermusiktätigkeit, Rundfunkaufnahmen, Theaterproduktionen, Interdisziplinäre Projekte. Seit 1995 intensivierte internationale Konzerttätigkeit mit improvisierter Musik. Zusammenarbeit u.a. mit Goh Lee Kwang, Anatoly Vapirov, Sebi Tramontana und Limpe Fuchs.

Harald Lillmeyer, klassisches Gitarrestudium (Folkwang Hochschule, Essen; Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Wien; Hochschule für Musik, Karlsruhe). Seit 1984 Spezialisierung auf heutige Musik. Rundfunkaufnahmen und CDs (u.a.: Gesamteinspielung der Kompositionen für Gitarre von Rolf Riehm). Seit 2002 intensive Beschäftigung mit improvisierter Musik. Zusammenarbeit u.a. mit Jason Kahn, Elliot Sharp und Nico Richter de Vroe.

CD: Schindler/Holzbauer/Lillmeyer: „rot“, creative sources, 2008

 

TOP
 

Die lyrischste Posaune seit Rutherford im Zwiegespräch mit äußerst wendigen Turntables.

German trombonist Paul Hubweber and Japanese avant-turntablist Dj Sniff (Takuro Mizuta Lippit) come together in a high-energy quicksilver duo.

Since the mid-70‘s, Hubweber has been an active member of the European improvised music scene. His group PAPAJO (with Paul Lovens and John Edwards) has been critically acclaimed and he has countless collaborations with electronic musicians such as Claus Van Bebber, Uli Botcher and Michel Waisvisz.

In 2008, Dj Sniff played with Hubweber which set him on path for later collaborations with musicians like Evan Parker, Mark Sanders and C. Spencer Yeh. The duo met up again in 2011 to play a series of concerts and recorded at STEIM‘s famed Studio 1.

Listen to 7 minutes of their recording session (uncut and unmastered)

 

TOP
 

Rhythmen aus Westafrika und Südamerika vermischt mit Funk und Jazz aus USA.

Das Rempis Percussion Quartett besteht seit 2004. 2011 veröffentlichte die Chicagoer Band ihre fünfte Cd. Nachfolgend ein Auszug aus den von Rempis selbst dazu verfassten Liner-Notes:

„In this group we‘ve made a commitment to the idea that free, long-form improvisation is a viable approach for a band over the long term. On this Cd we continue to follow that path. Whether that‘s wise or not I suppose is up for debate - it‘s easy to fall into patterns of playing as free improvisers that can doom a band to sound like itself all too often, a pitfall in an arena where the most interesting concerts are the ones that leave the musicians as surprised as the audience. However, I feel strongly that this most challenging of approaches is also the most rewarding. Starting from nothing and keeping the ball rolling for an entire 45-minute-set is a feeling beyond exhilarating when it happens, and worth the risk that sometimes it won‘t.

Confronting this dilemma in early 2009, after the band had been working for five years, I felt unsure of how to continue to develop our music. With several records and tours under our belts, things hat begun to feel like they need a shakeup. The option of bringing in material designed to push the band in new ways was one possibility, but after some reflection, not one that I wanted to pursue. I wasn‘t ready to abandon our commitment to the idea of a working, free-improvising ensemble. Therefore I made the diffcult decision to change the lineup of the group to inject some fresh energy and ideas into the music.

So, as fans fo the group will notice, this is our first record with I.H.Flaten on bass. This was an incredibly difficult decision to make; bassist Anton Hatwich is a fantastic musician and close friend, and had been deservedly cited by many fans and writers as the anchor of the band. But since the whole sound of the band is structured around the interaction between percussionsits Tim Daisy and Frank Rosaly, and for better or for worse, I couldn‘t replace myself, making a change at bass seemed to be the best option. And given the availability of Ingebrigt, with whom I‘ve worked in many different contexts over the years, an obvious possibility arose. Despite the risks involved, after working with the new lineup in both the US and Europe, I think the decision to make the change has paid off in the music.

Ingebrigt‘s contribution to the band has been immense - he‘s snatched some of those bad habits and default positions we‘d developed by the throat, blowing the dust off of our comfort zones and keeping the band on its toes. His insight and informed but spontaneous decision-making about how to develop the long-form structure we deal in, and his stunning capabilities as a soloist, have helped the band into new realms of exploration, and brought new focus to some of the older ones.“ (Dave Rempis, October 2010)

Cd: The Rempis Percussion Quartet „Montreal Parade“, 482 Music, 2011