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Corazza und List

Robert Corazza, Klarinetten
und Thomas List, Blockflöten
spielen Stücke von Castello, Klement,
Scelsi, Meier, Osojnik und Globokar.

Danksagung: Dieses Konzert wird von der Austro Mechana SKE unterstützt!

Das Ensemble Dos à Dos wurde von Robert Corazza und Thomas List - letzterer ist ein gebürtiger Ulrichsberger - während ihrer gemeinsamen Arbeit an der Freien Musikschule Wien gegründet. Der Name des Ensembles stammt vom gleichnamigen Stück von Vinko Globokar, das einen wichtigen Impuls für die Zusammenarbeit darstellt.

Die Besetzung Blockflöte-Klarinette ist eher ungewöhnlich. Es gibt de facto kaum ein Repertoire dafür, aber das Entdecken und Ausloten der klanglichen Gemeinsamkeiten und auch Gegensätze ist äußerst reizvoll.

Das Programm:

Angelica Castello (*1972): "Flor y Cronopio" (2011)
Mit diesem Stück möchte ich die Poesie der Fragilität erforschen und verwende für dieses Werk Atmosphären aus den Erzählungen/Geschichten der Cronopien und Famen von Julio Cortázar. Die Struktur des Werkes ist von Louise Bourgeois’ Bildern „les Fleurs“ (2009) inspiriert. „Flor y Cronopio“: eine Feier des Augenblicks, wie sie in unvermuteten Zweiergesprächen sich einstellen kann. (Angélica Castelló, September 2011).

Katharina Klement (*1963): Waldareale (2011)
Durchstreifen eines Waldareals, vorbeikommen an bestimmten Gegenden, Merkmalen, die dieses Areal ausmachen: Bruchholz, Moos, Fichten-Dickicht, Tümpel, Laubboden, Brombeerhecken,... Allen diesen Gegenden bzw. Merkmalen liegt eine bestimmte Intervall-Qualität als musikalische Region zugrunde. Diese Intervalle bilden das Gerippe des Stücks, mikrotonale „Verunreinigungen“, Mehrklänge, Umspielungen, Übergänge etc. bilden das Fleisch des klingenden Körpers. Petra Huth gewidmet.

Giacinto Scelsi (1905-1988): Ko Lho I (1966)
"Der Klang ist kugelförmig, doch beim Hören erscheint es uns, als ob er nur zwei Dimensionen besitze: die Höhe und die Dauer - von der dritten, der Tiefe, wissen wir, daß sie existiert, doch in gewisser Weise entgleitet sie uns ...". Unabhängig von den ästhetischen Diskussionen der 50er Jahre, die sich vor allem am seriellen Denken orientierten, entwickelte Scelsi seine Vorstellungen von einer Musik, die gänzlich auf das Innere des Tons, seine Tiefendimension und sein ihm innewohnendes Bewegungspotential gerichtet ist.

Hans Jürg Meier (*1964): Presso il passo di cristallina (1993)
Hans Jürg Meier, der Blockflöte bei Conrad Steinmann und Komposition bei Roland Moser in Basel studierte, ist gleichermaßen als Komponist, Schöpfer von Klanginstallationen, Instrumentalist und improvisierender Musiker aktiv. Sein "Presso il passo di cristallina" zeichnet sich durch große Sparsamkeit der Mittel und eine geradezu alchimistische Dichte der Konstruktion aus. „Dem Stück ging das reale Erlebnis der überraschenden Stille kurz vor der Passhöhe des Passo di cristallina voraus” (H. J. Meier).

Maja Osojnik (*1976): Pas de deux (2011)
"Das und viel mehr wollte ich dir schon seit langem sagen" für f-Bassett Blockflöte, Bassklarinette, zwei Kassettenspieler & zwei Megafone. Als Inspiration für diese Komposition dienten einerseits verschiedene Choreografien, Tanzduette der Künstlergruppe "La la humansteps", anderseits die persönlichen Gedanken der Komponistin über eine verbale und nonverbale Kommunikation in einer Partnerschaft.

Vinko Globokar (*1934): Dos à dos (1988)
pour deux "souffleurs". Deux souffleurs? Oui, pour deux instruments – trompette(s), trombone(s), saxophone(s), clarinette(s) ... identiques ou divers, bien sûr. "Cela me fait penser à un duel", disait le troisième. "Es erinnert mich an ein Duell, sagte der Dritte." (Vinko Globokar)

Links: Dos à Dos

EINTRITT: € 15 / 12 / 9; Erm. für Jazzatelier- Mitglieder, Schüler, Studenten, Behinderte nebst Begleitung, sozial Benachteiligte sowie 4YouCard-, Euro26-, Ö1- und Raiffeisen-Clubmitglieder.